Morbus Ormond - Ein Erfahrungsbericht
Aus meiner Sicht ist im Netz nur wenig zu dieser schwer diagnostizierbaren Autoimmunerkrankung zu finden, insbesondere fehlt es an Erfahrungsberichten zu Morbus Ormond von persönlich Betroffenen. Darum diese Fallbeschreibung zur Retroperitonealen Fibrose.
Man verzeihe mir den eigentlich unpassendem Ort für diesen Bericht, Google, Bing und Co. werden ihn im Laufe der Zeit für interessierte Kreise zugänglich machen.
Den Text sende ich Ihnen gern als PDF zu. Sie können ihn hier per Mail anfordern.
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25.04.2020 | © pt
Update 13.11.2020 | © pt
Update 10.05.2021 | © pt
Update 13.03.2024 | © pt
Update 27.12.2024 | © pt
Ein Erfahrungsbericht für Interessierte und Betroffene
Allgemeine Informationen:
Vorbemerkung
Zunächst einmal die gute Nachricht: Morbus Ormond, RPF, Retroperitoneale Fibrose oder auch Retroperitonealfibrose genannt, ist eine nur selten tödliche Erkrankung. Weit mehr als 90% der Patienten überleben die Erkrankung, die Mortalitätsrate liegt also deutlich unter 10%.
Allerdings ist das Krankheitsbild mit gut einem Erkrankten pro 200.000 Deutschen sehr selten und wird häufig erst nach einer langen Ärzteodyssee und erheblichen Vorschäden diagnostiziert. Das ist die schlechte Nachricht.
Aufgrund des seltenen Auftretens gibt es nur wenig gesicherte Therapieformen und entsprechende Expertise. Übrigens, Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.
Die eben genannten Zahlen noch einmal anders aufbereitet: es ist davon auszugehen, dass es deutschlandweit jährlich nur 400 - 500 Betroffene gibt. Das erklärt den geringen Bekanntheitsgrad der Erkrankung und ebenso die nur selten anzutreffende Expertise.
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Was ist Morbus Ormond
bzw. eine Retroperitoneale Fibrose?
Es gibt zwei Arten der Erkrankung, die primäre Retroperitoneale Fibrose und die sekundäre Retroperitoneale Fibrose. Die zweite Form ist deutlich seltener und kann durch Medikamente, Verletzungen, Infektionen, Bestrahlung oder Tumore, aber auch durch chronischen Harnstau bzw. Infektionen der Harnwege ausgelöst werden.
Letztlich ist es grundsätzlich so, dass es sich bei RPF um einen entzündlichen Prozess handelt, bei dem sich Bindegewebe im hinteren unteren Bauchraum wuchernd vermehrt. Immer wenn die Ursache der Erkrankung unklar ist und das ist sie in mehr als 75 % der Fälle, spricht man von einer primären Retroperitonealen Fibrose, einem Morbus Ormond, benannt nach dem Urologen, der 1948 das Krankheitsbild als erster in einer Publikation umfassend beschrieb.
Im Verlauf der Erkrankung kann das entzündete und wuchernde Bindegewebe Blutgefäße, Nerven und Organe einengen und/oder die Harnleiter umschließen (sehr häufig) und dadurch den Urinfluss aus den Nieren in die Blase behindern und im schlimmsten Fall unmöglich machen. Schwerste Nierenschädigungen können das Resultat sein.
Schwellungen der Beine und auch Wassereinlagerungen sind möglich, wenn Gefäße wie Venen ummauert und im Verlauf der weiteren Erkrankung verschlossen werden.
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Was gibt es für Symtome?
Erkennbare Symptome treten meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Morbus-Ormond-Erkrankung auf und geben selten einen spezifischen Hinweis auf die RPF. Häufig werden sie deshalb anderen Krankheitsbildern zugeordnet.
Sehr typisch sind starke Rückenschmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule. Nicht selten sind diese unabhängig von Bewegungen und Drehungen der Wirbelsäule.
Ebenso möglich sind Schmerzen in den Flanken, im Unterbauch und bei Männern im Hodensack. Darüber hinaus kann allgemeines Unwohlsein auftreten, auch Gewichtsabnahme ist möglich. Häufig kommt es zu einem Leistungsabfall, starker Unlust, dauernder Müdigkeit und mitunter zu Fieber. Auch von Übelkeit und Erbrechen wird berichtet.
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Wie wird diagnostiziert?
Gesichert diagnostiziert werden kann nur durch eine histologische Untersuchung. Dabei wird mit einer Hohlnadel eine geringe Menge des vermeintlichen Morbus-Ormond-Gewebes entnommen und untersucht. Wegen der mit der Untersuchung verbundenen Risiken sollte nach Möglichkeit darauf verzichtet werden und nur darauf zurückgegriffen werden, wenn sich bei einer medikamentösen Therapie kein Behandlungserfolg einstellt und ein maligner Prozess, eine Krebsgeschwulst, ausgeschlossen werden soll.
Meistens werden zur hinreichend genauen Diagnose sogenannte Bildgebende Verfahren eingesetzt. Das sind die Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT). Ultraschalluntersuchungen sind zur direkten Diagnose ungeeignet, können aber zur Überprüfung von Kompressionen der Harnleiter und Venen eingesetzt werden.
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Wie wird behandelt?
Auf Fallberichten und Erfahrungen beruhend wird üblicherweise mit anfangs hohen Cortisondosierungen behandelt, die in der Folge langsam herabgesetzt werden. Das Cortison wirkt in den meisten Fällen sehr gut gegen die Entzündung und reduziert die Ausbreitung der Gewebewucherungen bzw. lässt diese schrumpfen.
Cortison hat allerdings erhebliche Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schlafstörungen, Knochenschwund, Gewichtszunahme und Bluthochdruck. Diese Nebenwirkungen versucht man in der Regel durch Gabe weiterer Medikamente zu kompensieren.
Hin und wieder, in letzter Zeit seltener, kombiniert man die dann geringer dosierten Cortisongaben mit Immunsuppressiva, die das körpereigene Immunsystem herabsetzen.
Sollte festgestellt werden, dass durch den Morbus Ormond Organe umschlungen wurden, müssen diese operativ freigelegt werden. Sofern Harnleiter betroffen sind, werden diese durch das Einlegen von dünnen Röhrchen offengehalten. Gegebenenfalls müssen die Harnleiter sogar operativ verlegt werden.
Nach der akuten Krankheitsphase muss der Patient weiterhin und vielfach über Jahre beobachtet werden um bei einem Rückfall schnell reagieren zu können. Hierzu sind bildgebende Untersuchungen (MRT/CT) durch einen erfahrenen Röntgenologen anfangs im Abstand von sechs Monaten und später jährlich am geeignetsten.
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Persönliche Erfahrungen:
Vorbemerkung
Es sei einleitend darauf hingewiesen, dass es sich hier um persönlich gemachte Erfahrungen mit der Erkrankung Retroperitonealfibrose handelt. Krankheitsverläufe bei anderen Patienten können anders sein und völlig andere Behandlungsformen notwendig machen. Keinesfalls soll dieser Bericht als pauschale Vorlage für eine mögliche Morbus-Ormond-Behandlung dienen.
Der folgende Bericht ist in der Ich-Form abgefasst, aber aus datenschutzrechtlichen Gründen hinsichtlich des Patienten und der behandelnden Ärzte anonym gehalten.
Kontaktaufnahmen sind via Mail oder über die unten auf der Seite befindlichen Kommentarbox möglich. Die Kommentarbox steht natürlich gern auch für Stellungnahmen und Fragen zum Thema zur Verfügung.
zum Zeitpunkt der Diagnose Ende April 2014:
Alter: 60 Jahre
Größe: 183 cm
Gewicht: 120 kg
Geschlecht: männlich
berufstätig als Geschäftsführer
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Beschwerden vor der Diagnose
Der Vollständigkeit halber gehe ich ein gutes Stück zurück in die Vergangenheit.
In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden insgesamt drei Steißbeinfisteloperationen durchgeführt, Ende der neunziger Jahre entfernte man in einer größeren OP die Gallenblase. (Der Grund für die notwendige größere OP lag sicherlich in der langanhaltenden Unvernunft des Patienten begründet) Darüber hinaus gab es immer wieder mal Probleme mit blockierten Wirbeln in Brust- und Lendenwirbelsäule und daraus resultierend auftretenden Rückenschmerzen. Die Blockaden lösten sich entweder selbstständig oder wurden durch Einrenken beseitigt.
Im Herbst 2011 wurde ein Leistenbruch mittels Einlegen eines Netzimplantats operiert.
Ansonsten präsentierte ich mich bei seltenen Arztbesuchen meist "unauffällig" oder in "gutem bzw. altersgemäßem Allgemeinzustand". Gern allerdings wurde nicht gänzlich unberechtigt ein ausgeprägter Hang zu "Adipositas" vermerkt.
Im Herbst des Jahres 2009 kam es aufgrund depressiver Verstimmungen zu erheblichen Leistungseinschränkungen und starker Unlust. Der Zustand hielt etwa drei Monate an. Weiterhin quälten immer wieder Rückenschmerzen. Im Dezember 2011 trat starkes Fieber auf, dessen Ursprung nicht geklärt werden konnte.
Im Februar 2012 bestand Verdacht auf Lungenentzündung, dieser konnte nicht bestätigt werden, die Symptome verschwanden wieder. Die Rückenschmerzen in der unteren Lendenwirbelsäule wurden so unerträglich, dass ich mich am 25.12.2012 in eine Notfallambulanz begab. Schon am 19.12. hatte ich in gleicher Angelegenheit die Vertretung meines Hausarztes aufgesucht. In beiden Fällen konnte außer durch die Verschreibung von Schmerzmitteln nicht geholfen werden. Mit der regelmäßigen Einnahme von ordentlichen Mengen Ibuprofen 800 und Novalgin schaffte ich es vergleichsweise anständig ins neue Jahr.
Mein Hausarzt ordnete dann unmittelbar ein MRT an (Verdacht auf Bandscheibenvorfall). Am 07.01.2013 landete ich in der Röhre. Der Verdacht konnte nicht bestätigt werden, festgestellt wurden wohl gewisse Degenerationserscheinungen an der Wirbelsäule, die aber nicht ursächlich sein konnten, so ließ man sich ein, für meine Rückenschmerzen. Wohl aber sei ich a) zu fett und würde mich b) zu wenig bewegen. Nur konsequentes Abnehmen und das Treiben von Sport könne meine Probleme beseitigen.
Da die guten Ratschläge so schnell nicht umzusetzen waren und auch nicht sofort Wirkung gezeigt hätten, empfahl ein von mir zu Rate gezogener Orthopäde gegen ganz starke Schmerzen zusätzlich Valoron einzunehmen. Das half tatsächlich. Zusätzlich begab ich mich ab Februar in krankengymnastische Behandlung, die ich bis Juli fortführte. Dort lernte ich einige nette Übungen zum Aufbau von Rückenmuskulatur.
Am 11.04.2013 stellte ich mich bei einem weiteren Orthopäden vor, eine zusätzliche Meinung erschien mir ratsam. Dieser Doktor enttäuschte mich insofern, als er mich aufforderte, die Diagnose selbst zu stellen. Ich solle doch mal an mir runterschauen, dann wisse ich, was mit mir los sei. Das Einzige, was mir helfen könne, sei Sport, Sport und noch mal Sport.
Die Rückenschmerzen wurden im Laufe der Wochen milder, ich führte das auf die krankengymnastische Behandlung zurück, verstärkt aber trat wieder eine dauerhafte Ermüdung und völlige Unlust auf. Ich war desinteressiert und konnte meiner beruflichen Tätigkeit nur mangelhaft nachkommen.
Im Januar 2014 erwischte mich eine äußerst unangenehme Entzündung des linken äußeren Gehörgangs, diese wurde erfolgreich behandelt. Wegen des immer noch vorliegenden Antriebsmangels und einer durch Labortest festgestellten Unterversorgung mit Testosteron riet mir mein Hausarzt im frühen Januar des Jahres zum Besuch zweier Urologen. Beim Ersten ging es um eine allgemeine urologische Untersuchung, der Zweite sollte mit mir eine Testosteronbehandlung durchsprechen. Diese würde mit hoher Wahrscheinlichkeit meine Antriebslosigkeit bekämpfen.
Nach einem beratenden Gespräch ließ ich eine Behandlung mittels Spritzen von Testosteron durchführen. Es handelte sich um Depotspritzen, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden sollten, die erste Dosis, wenn ich mich recht erinnere, reichte für eine Woche und sollte danach neu gesetzt werden. Später dann sollten die Spritzen für längere Zeiträume verabreicht werden. Zu einer zweiten Spritze ist es nie gekommen, ich brach die Behandlung im Februar 2014 ab, weil ich mich nach der ersten Testosterongabe so schlecht fühlte, dass ich lieber weiter mit jeder Form von Lustlosigkeit leben wollte, als mit injiziertem Testosteron. Den vorgeschlagenen Umstieg auf ein anderes Präparat mit längerer Depotwirkung lehnte ich kategorisch ab.
Ebenfalls im Januar ließ ich mir ambulant eine unangenehme Unterbauchfistel entfernen. Ein eher unproblematisches Unterfangen.
Um wieder etwas auf die Beine zu kommen, beschloss ich im vermutlich späten Februar einige Fußböden zu erneuern, sehr zur Freude meiner lieben Frau. Und tatsächlich, die Arbeit ging nach einiger Gewöhnung gut von der Hand, ich kam recht gut voran, der Allgemeinzustand verbesserte sich merklich. In der Schlussphase der Arbeiten wunderte ich mich allerdings regelmäßig abends über ein recht stark geschwollenes linkes Bein. Ich brachte es mit meiner meist knienden Tätigkeit in Zusammenhang und dachte mir, dass nach Abschluss der Arbeiten die Sache wohl wieder in Ordnung käme.
Leider kam die Sache nicht wieder in Ordnung, das Bein blieb bald beinahe durchgängig ballonähnlich dick. Mein Hausarzt schickte mich am 22.04.2014 in eine Fachklinik für Venenchirurgie. Dort wurde nach kurzer Untersuchung eine Thrombose ausgeschlossen. Vielmehr führte man meine Unpässlichkeit auf die Ende Januar erfolgte OP der Unterbauchfistel zurück. Ich solle mich doch bitte mit dem Operateur ins Benehmen setzen, es sei vermutlich zu einer Entzündung gekommen, die für das dicke Bein verantwortlich sei.
Aus für mich nachvollziehbaren Gründen war der Chirurg ungehalten, als ich ihn am 25.04.2014 mit der Diagnose der Kollegen konfrontierte, eine Entzündung läge auf gar keinem Fall vor. Die Wunde sei ausgezeichnet verheilt. In seinen Augen läge bei mir ganz eindeutig eine Thrombose vor. Dies sei unbedingt und sofort abzuklären, das weitere Vorgehen solle ich bitte mit meinem Hausarzt abklären. Und zwar sofort, unmittelbar. Er riete zu einer bildgebenden Untersuchung.
Vom Hausarzt wurde in Folge für den 29.04.2014 ein CT veranlasst.
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Subjektive Wahrnehmungen
und / oder
Meinung zu dieser Phase
Obwohl ich nie ein wirklich sportlicher Typ war, behaupte ich doch, bis in die späten Nuller Jahre durchweg recht gesund gewesen zu sein.
Sicherlich, ich schleppte deutlich mehr Kilos mit mir herum, als es der durchschnittliche Arzt für angezeigt hält, ich spuckte nicht in Alkohol und ich rauchte.
Aber ich bewegte mich auch - immer dann, wenn es notwendig war. So lief ich während meiner beruflichen Tätigkeit häufig etliche tausend Schritte täglich und war recht beweglich, beweglicher als mancher es mir zutraute.
Darüber hinaus verrichtete ich vielfach auch körperliche Arbeit, so dass es nach meiner Auffassung insgesamt passte - wenn auch im unteren Level angesiedelt.
Im Jahr 2009, spätestens im Jahr 2012 verschlechterte sich dieser eher glückliche Zustand immer mehr. So etwas wie die, nennen wir es Depression, im Jahre 2009 hätte ich mir nie für mich vorstellen können. Hatte ich doch eigentlich nahezu immer Spaß an meiner recht abwechslungsreichen und verantwortungsvollen beruflichen Tätigkeit gehabt und war auch sonst weitgehend recht ausgeglichen gewesen. Darüber hinaus verfügte ich über Einiges an privatem Ausgleich.
Und dann, im Jahre 2012 beginnend, mehrfach fiebrige Erkrankungen und Rückenschmerzen in einer Stärke, die ich bis dahin nicht für möglich gehalten hätte. Auch vorher hatte es schon Rückenprobleme gegeben, sie resultierten eigentlich immer aus blockierten Wirbeln oder waren hin und wieder auf Überlastung zurückzuführen. Die Rückenschmerzen waren bis dahin immer temporärer Natur gewesen, sie ließen sich durch Einrenken der betroffenen Wirbel beseitigen oder verschwanden von allein innerhalb einiger Tage.
Letztlich sind die Vorkommnisse ab 2009 Dinge, die ich heute auf die Ormonderkrankung zurückführe, wobei wohl nur die Rückenschmerzen ein typisches Symptom für eine retroperitoneale Fibrose sind. Für mich folgt daraus, dass sich die Krankheit sehr langsam, nämlich über einige Jahre hinweg, entwickelt und deshalb ohne schlechtes Gewissen als heimtückisch bezeichnet werden darf.
Denn in der Regel ist es ja wohl so, dass eine Diagnose erst erfolgt, wenn sich gravierende Schäden an Organen und/oder Gefäßen zeigen.
Und das ist eigentlich schade, denn wie mein zweiter Krankheitsverlauf (siehe weiter unten) zeigt, muss das gar nicht sein. Würde bei unklaren Schmerzen im unteren Rücken häufiger mal ein MRT durchgeführt und dieses dann auch noch kompetent ausgewertet, könnte letztlich sicherlich häufiger Geld für überflüssige Behandlungen eingespart und manches Leid vermieden werden.
Dazu allerdings gehörten auch Ärzte, die sich im Vorfeld intensiver, zugewandter und disziplinübergreifender mit ihren Patienten befassten. Solche gibt es, ich weiß das, aber es gibt eben auch solche, wie den von mir besuchten und kurz beschriebenen Orthopäden, der sich darauf beschränkte, seine ärztliche Kunst dadurch unter Beweis zu stellen, dass er mir empfahl, doch bitte an mir herunterzuschauen. Sobald ich das täte, hätte ich den Auslöser für meine Rückenprobleme gefunden. Und solche, die, obwohl Fachklinik, nicht dazu in der Lage sind, eine Thrombose als solche zu diagnostizieren.
Die Guten von den weniger Guten zu unterscheiden, ist nach meiner Erfahrung nicht leicht - mir ist es beileibe nicht immer gelungen.
Ein ordentlicher Praktiker aber, einer, der sein Ding schon seit vielen Jahren durchzieht, und sei er auch ein Zyniker, ist mir allemal lieber als ein aufschneidender Schwätzer, der womöglich auch noch Abrechnungsakrobat ist.
So viel habe ich gelernt.
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Am 29.04.2014 um 10:15 Uhr wurde das CT von Oberschenkel und Becken durchgeführt. Am Tag vorher hatte ich im örtlichen Krankenhaus Kreatinin- und GFR-Wert bestimmen lassen, da das CT mit Kontrastmittelgabe durchgeführt werden sollte und dafür einwandfreie Nierenwerte Voraussetzung sind.
Der Thromboseverdacht bestätigte sich vorläufig, die Thrombose wurde im Unterbauch lokalisiert, zusätzlich wurde ein Aufstau der rechten Niere, bedingt durch eine Abflussbehinderung des Ureters (Harnleiters), diagnostiziert. Vom Röntgenologen wurde zur weiteren Abklärung unmittelbar ein Termin bei einem Gefäßchirurgen veranlasst. Dieser verordnete nach einer Sonographie für's Erste Xarelto zur Blutverdünnung und Stützstrümpfe. Gegebenenfalls könne er den Blutfluss durch die Vene durch Einbringung eines Stents sichern, teilte er mir mit, machte dies aber von der weiteren Diagnostik abhängig.
Ich hatte die Klinik des Gefäßmediziners kaum verlassen, da erhielt ich einen Anruf des Röntgenologen. Ich möge bitte sofort wieder zu ihm kommen. Er habe die Bilder weiter ausgewertet und müsse ein weiteres CT, diesmal von Becken und Abdomen, durchführen. Um 14:30 Uhr lag ich ein zweites Mal im CT-Gerät. Die entstandenen Bilder wurden im Nachgang mit mir besprochen. Mir wurde mitgeteilt, dass noch immer keine sichere Diagnose möglich sei, denkbar sei u.a. entweder eine tumoröse oder entzündliche Raumforderung, die zu einem weitgehenden Verschluss der für das linke Bein zuständigen Vene und des Ureters führe. Zur besseren Abklärung und sicheren Diagnose müsse am morgigen Tage ein MRT durchgeführt werden.
Die Beurteilung der MRT-Bilder ergab, dass es sich mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht um eine tumoröse Raumforderung, sondern um eine typische retroperitoneale Fibrose, also um einen Morbus Ormond, handelte. Es wurde empfohlen, zur Entlastung der Stauniere den rechten Ureter mit einem DJ-Katheter zu schienen, also ein Röhrchen in den Harnleiter einzuschieben um den Urinabfluss wieder herzustellen. Außerdem sei die weitere Therapie, operativ und/oder medikamentös, mit kompetenter Hilfe abzuklären. In diesem Punkt wurde angeraten, mich an die Helios-Kliniken in Wuppertal zu wenden.
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Subjektive Wahrnehmungen
und / oder
Meinung zu dieser Phase
Mit dem untersuchenden Röntgenologen habe ich es nach meiner Einschätzung sehr gut getroffen. Er war ausgesprochen gründlich und arbeitete verbissen, bezeichnete sich selbst als "Terrier".
Darüber hinaus besprach er seine Vermutungen und Diagnosen sehr ausführlich mit mir und erklärte ausreichend verständlich.
Hier ist ein Lob für die herausragende Wahrnehmung des Berufes angebracht.
Bei weitem nicht alle Ärzte, die ich in meinem Leben kennenlernte, haben diesen fachlich positiven Eindruck auf mich gemacht.
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Weil besonders dringend gemacht, kümmerte ich mich zunächst um die Aufnahme in die urologische Abteilung einer Klinik. Diese fand ich in Osnabrück. Dort wurde am 05.05.2014 unter Narkose versucht, eine DJ-Schiene via Penis und Blase in den verschlossenen Ureter einzuschieben um die gestaute Niere zu retten. Der Versuch misslang. Ersatzweise brachte man einen Ureterkatheter ein und wiederholte das Procedere am 08.05.2014. Diesmal gelang der Eingriff, ich konnte die Klinik am 09.05.2014 mit einem eingelegten 5CH-Ureterkatheter verlassen. Von Seiten des behandelnden Arztes wurde für die nahe Zukunft noch eine Untersuchung beim Nephrologen und zusätzlich eine nuklearmedizinische Untersuchung vorgeschlagen, um die Nierenfunktion, insbesondere der gestauten Niere, zu überprüfen.
Das Tragen der Ureterschiene empfand ich von Anbeginn an als unangenehm, sie machte sich bei vielen Bewegungen drückend und teils schmerzhaft bemerkbar. Der Urin war häufig blutig, teilweise sehr blutig.
Am 12.05.2014 nahm ich telefonisch Kontakt mit den Helios-Kliniken in Wuppertal auf. Dort sprach ich mit einer sehr freundlichen Ärztin des dortigen RPF-Projekts, das sich mit der Erfassung von Daten von Morbus-Ormond-Betroffenen, mit der Beratung und gegebenenfalls auch operativen Behandlung der Klientel beschäftigte.
Ich wurde sehr mutmachend über die wesentlichen Aspekte der Erkrankung aufgeklärt und um mein Einverständnis gebeten, meine Krankendaten in das in Wuppertal geführte Register aufzunehmen. Außerdem bat man um die aktuellen Arztbriefe und um eine CD mit den Bildern der bislang erfolgten bildgebenden Untersuchungen um mich, die Behandlung betreffend, beraten zu können. Umgehend erhielt ich einige sehr umfassende Fragebogen zu Gesundheitszustand, Beschwerden usw.
Diese sandte ich am 15.05.2014 gemeinsam mit den CD's und Arztbriefen (Röntgenologe, Gefäßchirurg, Urologe) zurück. Mit Datum vom 22.05 erhielt ich eine Stellungnahme aus Wuppertal.
Man hatte dort im Kollegenverbund meine Bilder besprochen und riet aufgrund gewisser Abweichungen gegenüber üblichen Befunden bei Morbus Ormond vor Beginn einer medikamentösen Therapie, zunächst eine histologische Gewebssicherung durchzuführen. Bezüglich der medikamentösen Behandlung machte man zwei Vorschläge:
1) klassische Therapie im wesentlichen auf hohen Cortisondosen (Prednisolon) beruhend und
2) eine auf neuester Studienlage basierenden Behandlung aus einer Kombination von geringeren Cortisongaben (Prednisolon) und einem Immunsupressivum (Cellcept).
Juni '14
Ich entschied mich nach Rücksprache mit der weiter oben schon erwähnten Ärztin in Wuppertal und meinem Hausarzt wegen des Risikos gegen die histologische Untersuchung und für die Therapie nach Punkt zwei. Das führte zu folgender Medikamentation für zehn Wochen Dauer ab dem 12.06.2014:
Prednisolon (Cortison) jeden zweiten Tag 60mg
Cellcept (Immunsuppressivum) 1g morgens, 1g abends
Omep (Magensäureblocker) 20mg morgens
Xarelto (Blutverdünner) 20mg morgens
Dekristol 20000 (Vitamin D3) alle 2 Wochen 1x
Novalgin bzw. Ibuprofen (Schmerzmittel) bei Bedarf
Darüber hinaus besagten die Empfehlungen aus Wuppertal, dass während der ersten acht Wochen der Behandlung wöchentlich ein Blutbild zu erstellen sei und eine Kontrolle der Leberwerte stattzufinden habe. Danach könnten die Interwalle reduziert werden. Die Nierenfunktion sei regelmäßig sonographisch und laborchemisch nephrologisch zu kontrollieren. Zusätzlich sei drei Monate nach Behandlungsbeginn eine erneute MRT-Untersuchung durchzuführen, um den Behandlungserfolg zu überprüfen. Falls dabei ein Progress (ein Fortschreiten) der Erkrankung festgestellt würde, müsse zwingend eine Histologie (eine Gewebeprobe) gewonnen werden um eine Krebsgeschwulst auszuschließen.
Nach zehn Behandlungswochen sollte die Cortisondosierung schrittweise reduziert werden bis die Tagesdosis bei 5mg läge. Diese Dosis müsse dann für ein Jahr beibehalten werden.
Am 18.06.2014 stellte ich mich, wie empfohlen, in einer nephrologischen Praxis vor. Dort wurde sehr gewissenhaft untersucht, u.a. Ultraschall und eine genaue Anamnese erstellt. Zur weiteren Klärung wurde ich beauftragt, Urin über einen 24-stündigen Zeitraum zu sammeln.
Der Termin zur Nierenfunktionsuntersuchung beim Nuklearmediziner fand am 23.06.2014 statt. Hier sollte überprüft werden, inwieweit die rechte Niere noch funktionsfähig ist.
Die schriftlichen Befunde erhielt ich von beiden Ärzten nach wenigen Tagen, die des Nuklearmediziners datierte vom 23.06., also dem Tag der Untersuchung. Er teilte mit, dass die rechte Niere mit einem Funktionsanteil von 5% nahezu funktionslos ist, die linke Niere aber kräftig und von guter Funktion sei, es gäbe dort keine Abflussstörung.
Auch der Nephrologe attestierte mit Datum vom 30.06. aufgrund seiner Untersuchungen eine insgesamt in Summe noch grenzwertig regelgerechte Nierenfunktion, schlug aber, um die verbliebene Niere zu schonen, vor, zukünftig auf Ibuprofen zur Schmerzbekämpfung zu verzichten und weitere MRT-Untersuchungen nach Möglichkeit ohne Kontrastmittel durchzuführen. Darüber hinaus empfahl er dringend, das Rauchen einzustellen.
Aufgrund dieser Befunde fragte ich mich, ob das weitere Tragen der Ureterschiene, die mich tatsächlich sehr störte, noch notwendig und sinnvoll sei. Um diese Frage zu klären, telefonierte ich am 01.07. mit dem Nuklearmediziner und der Wuppertaler Ärztin des RPF-Projekts. Der Nephrologe hatte sich schon dergestalt eingelassen, dass er sagte, bei einer funktionslosen Niere könne die Schiene durchaus gezogen werden.
Der Nuklearmediziner war der gleichen Ansicht. Die Niere sei aus seiner Sicht eindeutig "platt", die linke arbeite aber gut. Eine Erholung der Rechten sei mehr als unwahrscheinlich, weil sie schon zu lange, vermutlich seit 2012, nicht mehr arbeite. Er empfahl das Ziehen unabhängig davon, ob die Niere dann wieder gestaut würde.
Die Wuppertaler Ärztin vertrat eine andere Ansicht und riet, mit dem Ziehen der Schiene zu warten, bis ohnehin ein Wechsel anstehen würde. Sie begründete das mit einer latenten Infektionsgefahr beim Ziehen und riet dazu, vor dem Entfernen der Schienung prophylaktisch eine Antibiotikumbehandlung durchzuführen. Außerdem bestünde eine geringe Restchance auf eine gewisse Regenerierung der Niere. Dieser Aspekt führte bei mir dazu, mich für einen vorläufigen Verbleib der Schiene zu entscheiden.
In den Folgewochen wurden regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt, die Ergebnisse waren unauffällig. Ergänzt wurden diese durch Ultraschalluntersuchungen in der urologischen Klinik, die den DJ-Katheter eingebracht hat. Auf die Leistungen der Klinik verzichtete ich am 30.07, weil dort immer wechselnde, mit meiner Vorgeschichte in keiner Weise vertraute Ärzte tätig waren und zum guten Schluss sogar für die Untersuchungen relevante Unterlagen nicht auffindbar waren.
Mit Hilfe meines Hausarztes fand ich zeitnah einen neuen, sich persönlich kümmernden, Urologen.
Mit dem 21.08., zehn Wochen waren seit Behandlungsaufnahme vergangen, wurde die Cortisondosierung gemäß Behandlungsplan von 60mg 2-täglich auf 40mg täglich umgestellt. Die restlichen Medikamente wurden in der einzunehmenden Menge nicht verändert.
Am 22.08. trat plötzlich Fieber (bis 39,2°) auf, das während des folgenden Wochenendes stark schwankte. Die am Montag folgenden Blut- und Urinuntersuchungen ließen eine Harnwegsentzündung, zurückzuführen auf die Ureterschiene, vermuten. Sowohl CRP- als auch Fibrinogenwerte waren deutlich erhöht. Dei Infektion wurde mit einem Antibiotikum erfolgreich behandelt.
Weiterhin ist zu berichten, dass die Wochen seit Beginn der medikamentösen Therapie begleitet waren von permanenter Müdigkeit, gleichzeitig aber auch erheblichen Schlafstörungen. Hinzu kamen dauernde Schlappheit und Schweißausbrüche, sowohl bei schon geringer körperlicher als auch geistiger Belastung. Eine Arbeitsfähigkeit war im Grunde nicht gegeben.
Am 04.09 konnte ich die Cortisondosis zum zweiten Mal senken, nämlich auf 20mg täglich.
Für den 11.09.2014 stand das erste Folge-MRT an. Wie mir der durchführende Arzt erklärte, hatte die Behandlung aus seiner Sicht zu einer 25%-igen Reduzierung des Morbus Ormond geführt - ein schöner Erfolg. Die rechte Niere allerdings hatte sich stark verkleinert, was gegen eine Erholung sprach.
Der 18.09. führte zu einer weiteren Reduzierung der Cortisonmenge auf 10mg. Mit leichter zeitlicher Verzögerung fühlte ich mich subjektiv nicht gravierend, aber etwas besser. Kurz darauf, am 22.09. wurde eine erneute Nierenfunktionsprüfung auf nuklearer Basis durchgeführt. Das Ergebnis unterschied sich nicht von der Ersten: die Niere arbeitet weiterhin nur mit einer Leistung von 5%. Daraufhin entschied ich mich, die Ureterschiene ziehen zu lassen. Der Eingriff erfolgte am 30.09. und war wesentlich weniger problematisch als von mir befürchtet, obwohl er ohne Narkose erfolgte. Die kurz danach durchgeführte Blutuntersuchung zeigte leicht erhöhte CRP-Werte, ansonsten war sie unauffällig.
Aus Wuppertal erreichte mich dazu auf Nachfrage die Nachricht, dass ich gut aufzupassen hätte, ob sich in der Nierengegend Schmerzen zeigten. Ein nahezu funktionsloses Organ im Körper stelle immer die Gefahr für eine Entzündung dar. Gegebenenfalls müsse das Organ, sofern es Probleme mache (Fieber, Flankenschmerzen), entnommen werden.
Am 02.10. reduzierte ich das Cortison auf die für ein Jahr einzunehmende Erhaltungsdosis von 5mg. Die übrigen Medikamente waren unverändert weiter einzunehmen.
Aufgrund der von mir wieder an das RPF-Büro in Wuppertal gesandten MRT-Bilder wurde ich von dort am 13.10.2014 angerufen. Einleitend wurde mir mitgeteilt, es könne zukünftig keine Arztbriefe mehr aus Wuppertal geben, da es zu einer erheblichen Mittelkürzung betreffend ihrer RPF-Arbeit gekommen sei. Man sei quasi nur noch ehrenamtlich tätig, es gäbe lediglich noch telefonische Berichte und Stellungnahmen.
Zu den Bildern sagt man, das Ergebnis sei sehr erfreulich, der Rückgang der Geschwulst erheblich. Die Medikation sei wie vorgesehen fortzuführen, ein erneutes MRT im Januar '15 notwendig. Bei dann weiterem Rückgang ein Weiteres sechs Monate später. Trotz der Mittelkürzung solle ich Bilder und Arztbriefe auch zukünftig zuschicken. Diese würden dann wie gehabt begutachtet, die Stellungnahmen erfolgten telefonisch.
Das Kontroil-MRT, durchgeführt am 28.01.15, zeigt keine weitere Reduktion des Morbus Ormond, der am 04.02. aufgesuchte Gefäßchirurg berichtete, die Durchblutung des linken Beines sei inzwischen wieder ordentlich, das abfließende Blut habe sich andere Wege gesucht, die Vene im Becken sei allerdings im Durchmesser noch stark reduziert. Er empfahl die Einnahme von Xarelto für weitere sechs Monate und wollte die Situation dann neu beurteilen.
Diese Berichte sandte ich wiederum nach Wuppertal und erklärte zusätzlich meinen gefühlten Zustand wie folgt: "Weiterhin sehr kurzatmig schon bei geringster Belastung, in letzter Zeit wieder zunehmend müde und schlapp. Keine spürbaren Nierenprobleme, aber weiterhin wenig leistungsfähig, Nachtschlaf häufig wieder kurz und nicht erholsam." Im weiteren Verlauf meines Schreibens bat ich um ein persönliches Gespräch in der Sprechstunde der Klinik um über meinen gefühlt schlechten Allgemeinzustand zu reden.
Am 02.03. erhielt ich den erwarteten Anruf der Wuppertaler Klinik mit der Stellungnahme zu den eingereichten Bildern. Der Zustand sei im Vergleich zu September letzten Jahres unverändert, dies sei aber nicht als schlechtes Zeichen zu werten. Ein Stillstand des Ormond käme häufiger vor, eine völlige Rückentwicklung sei nicht sicher. Wichtig sei, dass die Geschwulst nicht weiter wachse und dies müsse weiterhin beobachtet werden.
Eine persönliche Vorstellung sei laut Aussage des Oberarztes nicht sinnvoll, man könne doch nichts tun. Ich solle mich mit meinem Hausarzt in Verbindung setzen um eventuell das Immunsuppressivum Cellcept abzusetzen. Möglicherweise sei dieses für meine Symptome (Müdigkeit, Schlappheit, Kurzatmigkeit) verantwortlich. In diesem Zusammenhang stelle sich auch die Frage ob mir bzw. meinem Hausarzt der Inhalt des aktuellen "Rote-Hand-Briefes" zu Cellcept bekannt sei. Es würde darin über gravierende neu aufgetretene Nebenwirkungen des Medikaments berichtet, die möglicherweise auch ein Absetzen rechtfertigen würden. Es sei sicherlich ratsam, fachärztlicherseits zu klären, ob es in meinem Fall schon Auswirkungen auf Lunge bzw. den "kleinen Kreislauf" gäbe.
Das Protokoll des Gesprächs leitete ich an meinen Hausarzt und den Urologen weiter. Der "Rote-Hand-Brief" datierte auf den 12.12.2014. Er war niemandem bekannt.
Noch am 02.03. halbierte ich die Cellcept-Dosis, am 06.03. setzte ich das Medikament ab. Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Abgeschlagenheit blieben aber bestehen. Alle Blutuntersuchungen in diesem Zeitraum waren unauffällig, lediglich die Testosteronwerte im Februar waren nicht so berauschend, aber bei weitem nicht so schlecht wie sie schon gewesen waren.
Für mich kam jetzt nur noch der Blutverdünner Xarelto als auslösender Faktor für meine Probleme in Frage. Der Gefäßchirurg war vehement anderer Meinung. Gemeinsam mit dem Hausarzt entschied ich, dass es den Versuch wert sei, auf einen anderen Blutverdünner umzusteigen. Am 16.04. wurde Xarelto abgesetzt und am 18.04. durch die erste Dosis des bewährten Mittels Marcumar ersetzt.
Schon am Tag nach dem Absetzen verbesserte sich mein Befinden, am 20.04. war es insgesamt deutlich angenehmer. Selbst die Kurzatmigkeit ließ nach, ich konnte zunehmend wieder kleinere körperliche Belastungen bewältigen.
Am 11.05.15 ließ ich mich als Geschäftsführer meines Unternehmens abberufen und fungierte nur noch als Gesellschafter. Trotz der erfreulichen Verbesserungen meines Zustands fühlte ich mich den Anforderungen des Tagesgeschäfts nicht mehr gewachsen.
Die Umstellung auf Marcumar war gut gelungen. Der INR (Blutgerinnungswert) lag am 18.05. bei 2,1 (Sollwert 2 - 3).
12.06.2015 neues Kontroll-MRT, 17.06.2015 Vorstellung beim Gefäßchirurgen, beide Ärzte attestierten einen nahezu unveränderten und damit keineswegs negativen Befund und empfahlen eine Wiedervorstellung in neun Monaten. Der Blutverdünner, Marcumar ist inzwischen vom Gefäßchirurgen akzeptiert, soll weiterhin eingenommen werden.
Am 28.06. meldet sich Wuppertal, die neuen MRT-Bilder seien eingelesen und ausgewertet. Nach der Begutachtung hielte man es für angezeigt, das Cortison versuchsweise abzusetzen. Hierfür legten wir den 10.07. fest, also deutlich früher als eigentlich mit dem 02.10.2015 angedacht. Unabdingbar sei ein Kontroll-MRT in drei Monaten, hieß es. Diesen Termin planten wir um den 10.10. herum.
Oktober '15
Die regelmäßigen Blutuntersuchungen der letzten Monate waren unauffällig. Neues MRT wurde am 13.10. durchgeführt. Der Status sei unverändert, heißt es von Seiten des Röntgenologen. Da es zu Verzögerungen bei der Übermittlung des Befundes kam, reichte ich die Bilder erst im November in Wuppertal ein. In meinem Schreiben formulierte ich auch, dass mein körperliches Leistungsvermögen weiter zunimmt.
Dezember '15
Der schriftliche Befund zu meinen Bildern aus Wuppertal traf kurz vor Weihnachten ein und war durchweg erfreulich. Ein Rezidiv (ein wiederaufflammen der Erkrankung) sei nicht feststellbar, wird formuliert. Insofern könne man davon ausgehen, das ein Therapieerfolg gegeben sei. Eine neue Bildgebung solle in sechs Monaten erfolgen, sofern sich keine neue Symptomatik zeige. Man riet an, die Nieren zwischenzeitlich in regelmäßigen Abständen sonographisch zu überprüfen.
Die Gewichtszunahme während der Behandlung betrug sechs kg.
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Subjektive Wahrnehmungen
und / oder
Meinung zu dieser Phase
Zunächst einmal sei gesagt, dass es nach meinem Kenntnisstand keine andere Form der Behandlung des Morbus Ormond gibt, als die mit dem recht nebenwirkungsbelasteten Cortison (Prednisolon). Obwohl sehr unspezifisch, ist das Cortison wohl als derzeit einziges Medikament in der Lage, die im Unterbauch wachsenden und entzündeten Bindegewebewucherungen zum Stillstand zu bringen, bzw. zurückzudrängen.
Eine Forschung zur Entwicklung eines speziellen Medikaments hat es nach meinem sicherlich nicht vollständigen Wissen wegen der geringen Fallzahlen nie gegeben, der Einsatz von für andere Erkrankungen entwickelten Wirkstoffen war bislang nie wirklich erfolgreich oder noch nebenwirkungsreicher (siehe Cellsept).
Aber hier mache sich bitte jeder selbst schlau und lasse sich entsprechend beraten, allerdings nie, ohne hernach gründlich abzuwägen, was von der Beratung zu halten ist und welche Interessen hinter der Beratung stecken könnten.
Zu unter Umständen notwendigen operativen Eingriffen kann ich mich überhaupt nicht einlassen, die Notwendigkeit ist sicherlich immer abhängig vom Fortschritt der Erkrankung und muss mit einem auf diesem Gebiet erfahrenen Operateur abgeklärt werden!
Nach meiner Auffassung ist Skepsis angebracht, wenn mit aller Macht darauf gedrungen wird, vor der Behandlungsaufnahme zunächst und unter allen Umständen eine histologische Gewebssicherung durchzuführen. Hier überlege man gut und berate sich mit einem echten Fachmann bzw. einer echten Fachfrau.
Was mich persönlich betrifft begann ich die Behandlung im Jahre 2014 in einem ziemlich desolaten Zustand. Oder anders formuliert: Ich fühlte mich beschissen und bekam als erstes zur Rettung meiner rechten Niere den beschriebenen DJ-Katheter eingesetzt. Dieser störte mich unendlich, war er doch immer als Fremdkörper spürbar und löste zusätzlich bei Bewegungen gern Schmerzen aus. Außerdem verletze er wohl regelmäßig den Ureter, was zu kleinen Blutungen führte. Dieses Blut wurde mit Glück gemeinsam mit dem Urin ausgeschieden, hin und wieder geronn es aber auch in der Blase und bildete wohl einen Pfropfen, der den Harnleiter temporär verschloss - ein für mich sehr unangenehmes, angstmachendes Gefühl. Immer aber ging der Pfropfen dann doch ab. Gewöhnen können habe ich mich daran nicht.
Ansonsten war die Behandlung über lange Phasen von Antriebsarmut und gravierenden Schlafstörungen begleitet, die körperliche Leistungsfähigkeit war minimal. Es gab zwischendurch Momente in denen ich dachte: Tot sein ist vielleicht auch ganz schön.
Besonders schwierig war es für mich während der gesamten Zeit, beispielsweise Gespräche mit Ärzten zu führen, die Konzentration erforderten. Hier war es von großem Vorteil, und dies soll ein ernstgemeinter und wichtiger Hinweis sein, eine zweite Person dabei zu haben, die gut auf mich aufpasste, Fragen formulierte und zuhörte. In meinem Fall war das meine Frau, die dann im Nachgang alles noch einmal mit mir durchsprechen konnte.
Unglaublich wichtig ist, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass auch wieder bessere Zeiten kommen - spätestens nach deutlicher Reduzierung der Cortisondosen auf etwa 10mg sollte das so sein.
Bei mir war es etwas anders, ich hatte offensichtlich ein unerklärliches Problem mit dem Blutverdünner Xarelto, das im übrigen niemanden wirklich interessierte weil es die Nebenwirkungsliste von Xarelto nicht hergab. Erst nachdem das Mittel gegen das altbewährte und sehr viel preiswertere Marcumar ausgewechselt war, begann die Freude am Leben wieder.
Mit der kaputten Niere habe ich nie ein ernstes mentales Problem gehabt - ich habe sehr schnell realisiert, dass sie wohl schon seit einigen Jahren funktionslos war und die andere ja ihre Arbeit hervorragend mitverrichtete. Darüber hinaus, so sagte ich mir, leben auf dieser Welt unglaublich viele Menschen mit nur einer Niere.
Groß war meine Freude als ich im Dezember 2015 aus Wuppertal hörte, die Behandlung insgesamt sei als Erfolg zu werten. Besonders genießen konnte ich diese Freude weil es mir zu dem Zeitpunkt schon seit geraumer Zeit sowohl körperlich als auch geistig wieder recht gut ging und ich einen anständigen Teil meiner körperlichen Leistungsfähigkeit zurückgewonnen hatte.
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Die Zeit danach
Erstes Kontroll-MRT am 29.03.2016. Der Befund war unverändert, also kein Neuauftreten der Erkrankung. Es wurde angeraten über ein Absetzen der Marcumarbehandlung mit dem Gefäßchirurgen zu sprechen. Der Termin dort ergab, dass auf das Marcumar verzichtet werden kann. Stattdessen soll zukünftig täglich 1 x ASS100 eingenommen werden.
Die Wuppertaler schlossen sich der Beurteilung des Röntgenologen an und stellten keine neue Aktivität fest. Sie empfahlen eine weitere MRT-Kontrolle in sechs Monaten. Wenn diese wieder unauffällig sei, könne auf einen Jahresrhythmus gewechselt werden.
Alle Blutanalysen von Januar bis jetzt waren im Wesentlichen unauffällig. Ebenso Diejenige vor dem im November anstehenden MRT. Mein subjektiver Gesundheitszustand war inzwischen wieder gut, allerdings fehlte nach wie vor der frühere Grad psychischer Belastbarkeit.
Das MRT im November (23.11.) war unauffällig, es wurde vorgeschlagen, eine erneute Kontrolle in 12 Monaten durchzuführen. Der Gefäßmediziner war ebenfalls zufrieden, er empfahl weiterhin ASS und eine Wiedervorführung ebenfalls in 12 Monaten. Die Wuppertaler sprachen sich am 10.01.2017 auch für eine erneute Untersuchung in einem Jahr aus. Seit Abschluss der Behandlung war eine Gewichtsreduktion auf 116 kg gelungen.
12.03.2018 Kontroll-MRT, etwas später als vorgeschlagen. Keine Befundveränderung. Dieses MRT vergaß ich in Wuppertal einzureichen. Wie sich sehr viel später herausstellen soll, hätte sich dort kein anderer Befund ergeben.
Am 17.12.2018 ließ ich vom Gefäßchirurgen wegen kleinerer Verdachtsmomente (es kam im späten Sommer hin und wieder zu kurzfristigen Schwellungen des linken Beines) erneut einen Venenstatus aufnehmen, die Befunde waren unauffällig.
Im Sommer 2019 traten während einer Urlaubsreise sporadisch mittelstarke Rückenschmerzen auf. Das Zentrum lag im ganz unteren Bereich der Lendenwirbelsäule, es konnte keiner Wirbelblockade zugeordnet werden. Im Herbst wurden die Schmerzen häufiger und deutlich kräftiger. Von Zeit zu Zeit nahm ich zur Reduzierung der Schmerzen Novalgin ein.
Die Schmerzen ähnelten, nicht was die absolute Stärke anging, den Schmerzen von 2012 - 2014, wohl aber deutlich den Schmerzort betreffend. Ich wertete dies als ein Indiz für eine erneute Morbus-Ormond-Erkrankung und vereinbarte einen MRT-Termin.
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Subjektive Wahrnehmungen
und / oder
Meinung zu dieser Phase
Ich schaffte es entgegen meiner eigenen Befürchtungen, den deutlichen Gewichtsüberschuss von runden zehn Kilo in verhältnismäßig kurzer Zeit abzubauen und die Gewichtsreduktion auch weitgehend zu halten. Ein für mich schöner Erfolg, der Doktor würde wohl gesagt haben: mehr wäre besser gewesen. Ich aber war zufrieden.
Außerdem tapezierte und strich ich zum Aufbau weiterer Kondition einen neugebauten Bürotrakt von zwei Etagen im Frühjahr 2016 nahezu allein. Ich konnte mir das leisten, weil ich ja das operative Geschäft schon in 2015 komplett in andere Hände gelegt hatte.
Zudem gelang es mir wider aller Erwartungen, mein Unternehmen zum Oktober 2016 zu verkaufen - etwas, wofür ich eigentlich fünf Jahre angesetzt hatte, bedurfte aufgrund glücklicher Fügungen nur etwa zwölf Monate.
Seitdem war ich ausgesprochen zufriedener Ruheständler, der sich nahezu ausnahmslos mit Dingen beschäftigen konnte, die ihn wirklich interessierten, bis dann im Herbst 2019 der Rücken wieder "kribbelte".
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Dieser fand am 20.11.2019 statt. Der durchführende Arzt zerstreute im anschließenden Gespräch meine Befürchtungen und sagte, es sähe gut aus. Auf die Schnelle habe er kein Rezidiv entdecken können, wolle sich die Aufnahmen aber noch gründlicher ansehen.
Der schriftliche Befund vom 25.11. sprach allerdings eine andere Sprache: die Erkrankung sei erneut ausgebrochen, es liege ein Rezidiv vor, allerdings noch in einer sehr frühen Phase. Neu umschlossene Venen oder neue Ummauerungen von Harnleitern seien nicht erkennbar.
Die Aufnahmen sandte ich nach vorab erfolgter telefonischer Kontaktaufnahme nach Wuppertal. Die schriftliche Einschätzung des Röntgenologen wurde von dort am 09.12. bestätigt.
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Subjektive Wahrnehmungen
und / oder
Meinung zu dieser Phase
Um das anstehende MRT bat ich den gleichen Arzt, der auch 2014 so zutreffend diagnostiziert hatte und mich während der gesamten Behandlung röntgenologisch begleitete.
Dass er sich in seiner anfänglichen Diagnose vertan hatte, hat er sich sehr übelgenommen, wie er mir später berichtete. Ich hatte kein Problem damit - im Gegenteil. Ich feierte am Abend des 20.11.2019 das für mich positive MRT in meiner Stammkneipe.
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Die zweite Behandlung
Dezember '19
Als angezeigte Therapie wurde ein der ersten Behandlung ähnliches Schema vorgeschlagen. Allerdings verzichtete man auf das in 2014 nach damals neuester Studienlage empfohlene Immunsuppressivum. Dafür war die anfängliche Dosis Cortison mit 100mg Prednisolon 2-täglich für 10 Wochen deutlich höher. Zusätzlich sollten wieder Vitamin D3, Calcium und Pantoprazol eingenommen werden. Ein erstes Kontroll-MRT hatte wiederum drei Monate nach Behandlungsbeginn stattzufinden.
Am 09.12.2019 begann ich unterstützt durch meine neue Hausärztin mit der Therapie. Wegen eines Übermittlungsfehlers wurden während der ersten 4 Tage jeweils 40mg Cortison täglich eingenommen, danach stieg ich auf die eigentlich verordnete Dosis von 100mg 2-täglich um. Nach wenigen Tagen konnte ich auf die Einnahme von Schmerzmittel verzichten - das Cortison überdeckte alles.
Bis zum Therapiebeginn hatte ich mich abgesehen von den Rückenschmerzen gut gefühlt und war, anders als vor der ersten Behandlung, körperlich leistungsfähig. Das änderte sich mit Therapiebeginn schlagartig. Es setzten gravierende Schlafprobleme ein, Nachtschlaf war kaum noch möglich, auf eine zusammenhängende Schlafzeit von vier Stunden kam ich nur sehr selten. Die körperliche Leistungsfähigkeit brach völlig ein, auch die mentale litt stark, Treppensteigen über eine Etage bedeutete eine große Anstrengung. Erschwerend kam nach etwa zwei Wochen ein unangenehmer Schmerz in der linken Wade hinzu, der sich immer weiter ausbreitete.
Januar '20
In Absprache mit der Hausärztin wurde am 06.01.2020 ein dringender gefäßchirurgischer Termin vereinbart, zumal plötzlich ein ähnlicher Schmerz in der rechten Wade hinzukam.
Der Gefäßchirurg diagnostizierte am 07.01. eine Venenentzündung im Unterschenkel links und eine Unterschenkelthrombose rechts. Er ordnete Stützkniestrümpfe und eine Marcumarbehandlung an, Wiedervorführung in drei Wochen. Das Geschehen führte er auf den Morbus Ormond zurück. Die Einstellung auf das Marcumar sollte von der Hausärztin durchgeführt werden.
Der Kontrolltermin beim Gefäßchirurgen am 24.01. ergab, dass die Behandlung angeschlagen hatte. Die Einnahme des Marcumars sollte noch mindestens bis zum nächsten Termin am 06.04. erfolgen.
Aufgrund einer akuten Verschlechterung des Sehvermögens hatte ich mir für den 28.01. einen kurzfristigen Augenarzttermin gemacht. Schon in den Wuppertaler Behandlungsempfehlungen wurde auf eine mögliche Sehbeeinträchtigung hingewiesen und eine Untersuchung vorgeschlagen. Dieser Empfehlung war ich bislang nicht gefolgt. Die behandelnde Augenärztin stellte in dem Termin eine erhebliche Änderung des Sehvermögens und eine Ausweitung des schon leicht vorhandenen "Grauen Stars" fest. Wir planen vorläufig eine Operation des "Stars" für den Herbst diesen Jahres ein.
Februar '20
Mit dem 17.02.2020 erfolgte die erste Reduktion des Cortisons auf 40mg täglich. Mein empfundener Gesundheitszustand verbesserte sich dadurch nicht. Allerdings waren alle Blutuntersuchungen bis hierhin unauffällig, insbesondere die verbliebene Niere arbeitete ordentlich. Auch die nächste Reduktion auf 20mg am 02.04. änderte am gefühlten Allgemeinzustand nichts Gravierendes.
März '20
Der 04.03.2020 brachte das erste Kontroll-MRT und war erfreulich. Es wurde ein Rückgang der retroperitonealen Fibrose um etwa 50% festgestellt, so erklärte es mir der untersuchende Arzt in einem Telefonat. Der schriftliche Bericht war etwas zurückhaltender, sprach aber auch von einer partiellen Remission.
Nach dem 16.03. beginnend stellte ich eine leichte Verbesserung des Befindens fest. Die Cortisondosis wurde mit diesem Tag auf 10 mg reduziert. Zusätzliche Verbessung brachte der 30.03. Ab diesem Datum konnte ich auf die Erhaltungsdosis von 5mg Cortison gehen. Mein Schlafverhalten verbesserte sich in den Folgetagen merklich.
Die Wuppertaler attestierten in ihrem bewertendem Schreiben vom 01.04. einen gering regredienten Befund und empfahlen ein Fortsetzen der Therapie wie ursprünglich vorgeschlagen.
Am 06.04. fand der zweite Kontrolltermin in der Gefäßchirurgie statt. Die Behandlung habe gut angeschlagen, die betroffenen Stellen seien im Ultraschall noch sichtbar, aber unproblematisch. Die weitere Einnahme des Marcumars sei nicht erforderlich. Es könne sofort abgesetzt werden. Der Arzt riet aber zum weiteren Tragen der Stützstrümpfe für einige Wochen und wünschte sich eine nochmalige Vorstellung im späten Herbst diesen Jahres.
Weil ich durch die schriftliche Stellungnahme aus Wuppertal ein wenig beunruhigt war, telefonierte ich am 07.04. mit der immer freundlichen Vertreterin der Klinik. Sie erklärte mir, das Wichtigste sei, dass es nicht zu einer Vergrößerung der Wucherung komme, alles andere könne als Erfolg gewertet werden.
Mein Gewicht hat sich seit Beginn der zweiten Behandlung (Cortisonbedingt?) von 118 kg auf 126 kg erhöht. Die Zunahme entspricht in etwa der von 2014/2015. Diesbezüglich werde ich versuchen müssen, in den nächsten Monaten tätig zu werden.
In einem Termin bei der Hausärztin am 14.04.2020 wurde festgelegt, dass ab sofort das Pantoprazol auf die Hälfte der Ursprungsdosis von 40mg reduziert werden könne und das Calcium vom 900mg täglich auf 600mg herabgesetzt wird. Diese Entscheidung fiel aufgrund der letzten durchweg positiven Blutuntersuchungen.
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Subjektive Wahrnehmungen
und / oder
Meinung zu dieser Phase
Wenn ich während der ersten Behandlung nur hin und wieder dachte, dass tot zu sein vielleicht auch ganz schön wäre, so war die zweite Cortisontherapie gefühlt durchweg der Vorhof zur Hölle.
Zum Einen mag das daran liegen, dass ich anders als 2014 aus einem vergleichsweise gesunden und recht vitalen Zustand mit noch durchaus erträglichen Rückenschmerzen in die Behandlung ging, zum Anderen daran, dass ich inzwischen runde fünf Jahre älter bin. Außerdem waren die anfänglichen Cortisondosen für zehn Wochen Dauer bei der zweiten Behandlung natürlich deutlich höher als 2014.
Wichtig ist letztlich nur der vorläufige Behandlungserfolg, der ja augenscheinlich gegeben ist.
Zusätzlich hatte ich das große Glück, aufgrund der gemachten Erfahrungen selbst sehr frühzeitig auf ein Wiederaufflammen der Erkrankung schließen zu können. Das sorgte sicherlich dafür, dass es zu keinerlei Ummauerungen durch den Bindegewebswuchs kam.
Problematisch aber waren die vom Cortison ausgelösten Nebenwirkungen, die die Behandlung so unangenehm machten.
Wie ich im Text zur Behandlung ausführte, waren im Abstand von zwei Tagen morgens 100mg Prednisolon einzunehmen. Diese Dosis, wohl Stoßtherapie genannt, führte regelmäßig in Stundenfrist dazu, dass "die Birne völlig matschig" wurde, sich gewissermaßen ein betrunkenes Gefühl einstellte, welches aber weit entfernt davon war, sich angenehm anzufühlen. Dazu kamen starke Schlappheit und Unlust. In der jeweils folgenden Nacht war an Schlaf so gut wie nicht zu denken, es kam bestenfalls zu einem Dahindämmern, das in keiner Weise erholsam war. Ein wenig Schlaf fand ich mit Glück ab fünf Uhr morgens, häufig waren es dann zwei bis drei Stunden, selten mehr.
Am nächsten Tag war ich regelmäßig völlig gerädert, versuchte tagsüber ein wenig zu schlafen, was aber wegen einer unerklärlichen "Aufgekratztheit" nur selten gut gelang. Die dann anstehende Nacht brachte mit Glück Schlafzeiten von drei bis im besten Falle fünf Stunden.
Dieses Spiel dauerte insgesamt etwa zwölf Wochen und machte mich zunehmend "platt". Neben der geistigen Leistungsfähigkeit litt sehr stark auch die körperliche, die Bewältigung einer Treppe von der einen in die andere Etage stellte gefühlt eine alpine Hochleistung dar.
Das Ganze aber wurde letztlich erträglich dadurch, dass es für einen "guten Zweck" durchgestanden werden musste und auch durch das Wissen darum, dass es anderen sehr viel dreckiger ergeht!
Inzwischen bewältige ich die Treppe wieder ohne sich anschließende lange Erholungsphase, mache kleine Spaziergänge und fahre ein wenig Fahrrad, allerdings derzeit noch mit verhaltener elektrischer Unterstützung (Stand April '20).
Bezüglich des direkten Zusammenhangs zwischen der Venenthrombose und dem Ormond übrigens bin ich skeptisch (siehe Januar '20). Ich vermute eher einen unter Umständen mittelbaren Zusammenhang, weil ich mich in der Phase der Erkrankung kaum bewegte, sondern überwiegend saß.
Interessant ist, dass die Wuppertaler, entgegen früherer Aussagen, nun doch wieder schriftliche Stellungnahmen versenden. Sie hatten das schon in der Endphase der ersten Erkrankung getan. Woran es liegt habe ich bislang nicht hinterfragt. Allerdings ist mein Eindruck, dass die Personaldecke dort dramatisch dünner geworden ist.
Nichtsdestotrotz wird man bei telefonischen Kontakten nach wie vor sehr freundlich, kompetent und zugewandt beraten.
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Update 13.11.2020
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Das im April noch bei 126 kg liegende Körpergewicht konnte während der Sommermonate geringfügig auf aktuell 122 kg reduziert werden.
Die körperliche Konstituition ist deutlich besser als im Frühjahr, bei Weitem aber nicht dort, wo sie einmal war. Während der Sommermonate wurde viel spazierengegangen, anfangs nur wenige Meter unter großer Anstrengung, später aber bis hin zu weit mehr als 10.000 Schritten. Darüber hinaus wurde häufig Fahrrad gefahren, allerdings elektrisch, wobei ich bemüht war, die Unterstützung gering zu halten. bzw. sogar ganz wegzuschalten.
Es bleibt eine starke Kurzatmigkeit, die in den letzten Wochen trotz Gartenarbeit sogar wieder zuzunehmen scheint. Die phychische Belastbarkeit ist nach wie vor schlecht, jedweder Stress belastet stark. Die möglichen Aufmerksamkeits- bzw. Konzentrationsphasen sind deutlich kürzer als früher, lange Gespräche sind ermüdend.
Noch im Oktober wurde zur Vorbereitung auf das neue MRT eine Blutuntersuchung vorgenommen. Der für die Kontrastmittelgabe notwendige Creatininwert war mit 1,03 mg/dl völlig unauffällig. Die verbliebene Niere also arbeitet nach wie vor tadellos. Allerdings zeigte sich, dass der Vitamin-D-Spiegel geringfügig zu niedrig ist. Es wurde empfohlen, Vitamin-D (Dekristol, 20.000 IE) vorläufig wöchentlich statt wie bislang zwei-wöchentlich einzunehmen.
Alle anderen erhobenen Werte lagen innerhalb der Norm.
Das kontrastgestützte Abdomen-MRT wurde am 28.10.2020 durchgeführt. Der zugehörige Bericht datiert vom 02.11. und besagt Folgendes, ich zitiere den durchführenden Arzt, der bislang alle CT- und MRT-Untersuchungen vollzogen hat:
"Im Beobachtungszeitraum von 7,5 Monaten ergibt sich keine Befundänderung:
- Keine Zunahme der entzündlichen Einschneidung der infrarenalen Bauchaorta. Unauffällige Darstellung der Nierenarterien und Nierenvenen. Keine Abgangsstenose von Truncus coeliacus und Arteria mesenterica superior, geringe Plaquestenose am Abgang der Arteria mesenterica inferior. Unveränderte Darstellung der subtotalen mündungsnahen retroaortalen Stenose der linken Arteria iliaca communis. Distalwärts unauffällige Darstellung der Beckenvenen. Elongation der Arteria iliaca communis beidseits, etwa 70%ige Stenose der rechten Arteria iliaca externa.
- Unverändert Schrumpfniere rechts bei Nierenzysten beidseits, kein Harnaufstau.
- Unverändert ausgeprägte Sigmadivertikulose.
- Unverändert Lipomatosis abdominalis. Keine abdominalen Lymphome
Beurteilung:
Stationärer Befund bei partieller Remission."
Zitatende
Am 10.11. fand die im April terminierte Kontrolluntersuchung beim Gefäßchirurgen wegen der Thrombose im Unterschenkel rechts und Venenentzündung im Unterschenkel links statt. Sie war befundlos und insofern erfreulich.
Am 12.11. erreichte mich die Stellungnahme des "Kooperationsprojekts Retroperitoneale Fibrose" aus Wuppertal zum dort vorgelegten MRT vom 28.10. Man teilt mit, Zitat:
"Das Kontroll-MRT vom 28.10.2020 zeigt im Vergleich zu den Voraufnahmen aus 11/2019 einen regredienten Befund.
Wir empfehlen daher die Fortführung der Prednisolon-Therapie im Sinne einer Erhaltungstherapie von 5 mg/d auf Dauer in Anbetracht des stattgehabten Rezidivs.
Calcium und Vit. D3 sollte weiter eingenommen werden.
Die nächste Kontrolle empfehlen wir in 6 Monaten mittels MRT-Abdomen mit Diffusionswichtung und Kontrastmitteldynamik."
Zitatende
Eine vorläufig abschließende Besprechung mit der Hausärztin hat noch nicht stattgefunden.
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Subjektive Wahrnehmungen
und / oder
Meinung zu dieser Phase
Trotz der coronabedingten Einschränkungen, meine unveränderte Meinung aus April diesen Jahres dazu hier, ist es gelungen, ab April ein verhältnismäßig normales Jahr zu leben. Mit Erreichen der Erhaltungsdosis Cortison von 5 mg täglich konnte ich beginnen, ein wenig neue Kondition aufzubauen. Das Leben wurde wieder lebenswerter.
Anfangs waren nur kurze Spaziergänge von vielleicht 200 Metern möglich, das Fahren mit dem E-Bike aber klappte dank motorischer Unterstützung gleich recht gut.
Wir, meine Frau und ich, wagten uns sogar im Juni in unseren alljährlichen Ostseeurlaub. Anfangs waren wir beide skeptisch, insgeheim befürchtete ich sogar, es nicht zu schaffen, aber die Kondition wurde täglich ein wenig besser und wir ließen es langsam und vorsichtig angehen.
So konnte ich nach der recht widerlichen Zeit von Dezember bis zum April ein beinahe normales Leben führen.
Nachdenklich macht mich die mangelhafte geistige Leistungsfähigkeit und die schnelle Ermüdung bei geistiger Anstrengung. Dinge, die ich früher mit links erledigt hätte, auch nur geringfügig kontroverse Gespräche bedeuten heute Stress. Bislang habe ich noch kein Rezept, wie ich die Situation verbessern kann.
Darüber hinaus bin ich mir darüber im Klaren, dass die bislang erreichte Gewichtsreduktion mit runden vier Kilo zu gering ist, im Winter daran zu arbeiten wird schwierig sein.
Die an sich für das späte Jahr vorgesehene Star-Operation habe ich coronabedingt vorläufig verschoben, mit dem Sehen ist es insgesamt besser geworden. Vielleicht bietet das Frühjahr Gelegenheit - wir werden sehen.
Ein wenig Sorgen bereitet mir die von Wuppertal vorgeschlagene dauerhafte Einnahme des Prednisolons in Höhe von 5mg täglich. Wie verträgt sich das mit der körpereigenen Produktion von Cortison, wirken die 5mg kontraproduktiv auf meine Abnehmbemühungen, ist die mangelde geistige Leistungsfähigkeit womöglich auf die Einnahme zurückzuführen?
Ich werde das hinterfragen müssen, ersteinmal aber freue ich mich natürlich über den generell positiven Befund, sowohl von meinem Strahlendoktor als auch aus Wuppertal.
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Update 10.05.2021
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Gemeinsam mit der Hausärztin wurde Ende November '20 wegen des eher positiven Befunds beschlossen, das Folge-MRT abzuwarten. Der allgemeine Zustand war okay, die Blutwerte durchaus zufriedenstellend. Lediglich das Vitamin D3 wurde wegen zu geringer Werte in der Laboranalyse höher dosiert.
Anfang März traten spontan starke Schmerzen in der rechten Hüfte auf. Diese zeigten sich immer nach kurzen Gehstrecken von etwa 100 Metern. In Ruhe und bei sehr kurzen Strecken, ebenso beim Treppensteigen und Radfahren, war die Hüfte schmerzfrei.
Die Hausärztin überwies mich an einen Orthopäden um eine mögliche Arthrose ausschließen zu lassen. Dieser führte eine eingehende Untersuchung durch und fertigte von beiden Hüften Röntgenaufnahmen an. Genauso, wie schon seine Untersuchung keine Auffälligkeiten zeigte, waren auch die Röntgenaufnahmen ohne Befund und insofern der Schmerz nicht erklärbar. Eine Arthrose lag nach seiner Einschätzung nicht vor.
Zur weiteren Abklärung empfahl der Orthopäde dennoch ein MRT. Da ohnehin das Verlaufskontroll-MRT anstand, machte ich einen Termin beim Röntgologen für den 29.04. und bat darum, die Hüfte gleich mitzubeurteilen.
Die vorbereitende Blutanalyse war unauffällig, der für die Kontrastmittelgabe wichtige Creatininwert betrug 1,14. Die Beurteilung des MRT's durch den durchführenden Arzt gebe ich in Auszügen wieder:
"...nachfolgend berichten wir über die durchgeführte Untersuchung
MRT gesamtes Abdomen vom 29.04.2021
...
Untersuchungstechnik:
T2-HASTE koronar und transversal, T2-BLADE FatSat und DWI sowie T1-TSE transversal 5 mm, T1 Flash transversal 5 mm, Kontrastgestützte MR-Angiographie der Bauchgefäße sowie nachfolgende venöse Phasen zur Darstellung auch der venösen Strukturen und T1-VIBE-FatSat transversal 3 mm nach Kontrastmittel (Dotarem). 1,5 T, Körperspule.
Befunde und Beurteilung:
Zum Vergleich liegen zahlreiche Voruntersuchungen vor, zuletzt vom 28.10.2020.
1. Bekannte Schrumpfniere rechts mit einzelnen blanden Zysten nach ehemals (2014) durch den Morbus Ormond ausgelöster Harnstauungsniere rechts bei distaler Ummauerung des rechten Ureters. Die Residuen des bekannten Morbus Ormond, welche ihren Hauptbefund in Höhe der Aortenbifurkation bzw. proximalen Abschnitte der Arteria iliaca communis beidseits aufweisen, zeigen keine Änderung im 6-monatigen Verlauf. Unveränderte Darstellung der kurzstreckigen, ca. 70%igen Stenosierung der rechten Arteria iliaca communis sowie der geringeren Kaliberschwankungen der infrarenalen Bauchaorta. Unauffällige große Viszeralarterien.
2. Blande Nierenzysten links. Die übrigen parenchymalen Oberbauchorgane unauffällig. Kein Aszites, keine pathologisch vergrößerten Lymphknoten im Bauchraum.
3. Ausgeprägte Sigmadivertikulose.
Anmerkung: Der Patient berichtet von Schmerzen im rechten Hüftgelenk, eine auswärtig durchgeführte Radiographie in 2 Ebenen habe keinen pathologischen Befund ergeben. Das rechte Hüftgelenk stellt sich in allen Messungen - einschließlich der ödemsensitiven Sequenzen - reizlos und unauffällig dar. Das Knochenmarksignal unauffällig, kein Gelenkerguss. Keine Zeichen einer Osteonekrose oder Fraktur. Geringe Ansatztendinose der Glutealsehnen am Trocharıter major rechts.
Zusammenfassend bezüglich der Residuen des bekannten Morbus Ormond keine Änderung.
..."
Das Ergebnis wurde im Anschluss direkt vor Ort erläutert und ausführlich besprochen. Bezüglich des Ormond war das Ergebnis befriedigend, hinsichtlich der Hüftschmerzen unbefriedigend, weil kein Auslöser zu finden war.
Am heutigen Tage (10.05.2021) besprach ich den schriftlichen Befund mit dem behandelnden Orthopäden. Dieser vermutet nun als auslösende Ursache der Hüftschmerzen die Einschnürung der rechten, zum Bein führenden Arterie (s.o.: ca. 70%igen Stenosierung der rechten Arteria iliaca communis) und rät zur Konsultation eines Gefäßspezialisten. Er geht davon aus, dass die Schmerzen letztlich eine Folge des Morbus Ormond, bedingt durch zu geringe Blutversorgung der Hüfte und damit Sauerstoffmangel im Hüftbereich, sind.
Die Stellungnahme des "Kooperationsprojekts Retroperitoneale Fibrose" aus Wuppertal zum MRT vom 29.04. steht noch aus, die CD habe ich erst vor etwa einer Woche versandt. Ich rechne in den nächsten Tagen mit einer Reaktion und werde berichten.
Der Bericht aus Wuppertal erreichte mich vor wenigen Tagen mit dem Datum vom 17.05.2021. Ich zitiere kurz die wichtigsten Passagen:
"...Die Besprechung Ihrer Bilder erfolgte am 17.05.2021...
Der Patient wird erneut in unserer Sprechstunde vorgestellt. Das aktuelle Kontroll-MRT vom 29.04.2021 zeigt im Vergleich zur Voraufnahme aus Oktober 2020 einen stabilen Befund mit einem gerimgen Saum einer Restfibrose.
Wir empfehlen daher die Fortführung der Prednisolon-Therapie im Sinne einer Erhaltungstherapie von 5 mg/d auf Dauer in Anbetracht des stattgehabten Rezidivs.
Die nächste Kontrolle empfehlen wir in 6 Monaten mittels MRT-Abdomen mit Diffusionswichtung und Kontrastmitteldynamik sowie Beschreibung einer evtl. bestehenden Restaktivität.
Bezüglich der neu aufgetretenen Hüftschmerzen sehen wir keinen Zusammenhang mit dem vorbekannten M. Ormond.
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne telefonisch..."
Die Aussagen entsprechen im Wesentlichem dem, was ich gefühlsmäßig erwartet habe, der Ormond verhält sich ruhig, unter den gegebenen Umständen muss das immer positiv gesehen werden - an den Zusammenhang zwischen Hüftschmerz und Ormond (Einschnürung der Arterie) hatte ich ohnehin nicht wirklich geglaubt. In dem Punkt werde ich weiter suchen müssen.
Insgesamt betrachtet kann ich derzeit zufrieden sein. Allen anderen Betroffenen wünsch ich das Beste und Kraft!
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Subjektive Wahrnehmungen
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Meinung zu dieser Phase
Nach unserer trotz Corona und anfänglichen Schwierigkeiten recht gelungenen Reise im Sommer letzten Jahres verliefen die Wintermonate verhältnismäßig ereignislos. Nichts desto trotz gelang es mir mehr als hinreichend, mich durchweg spannend zu beschäftigen. Allerdings fand diese Beschäftigung überwiegend am Schreibtisch statt und kann deshalb kaum als konditionserhöhend bezeichnet werden.
Zudem war des Leben, was Außenkontakte anging, sehr eingeschränkt. Wir haben uns, und das ist ganz wesentlich dem strengen Regiment meiner Frau zu danken, was Außenkontakte angeht sehr eingeschränkt - sie auf nahe Null gefahren.
Erste außerhäusliche Aktivitäten im beginnenden Frühjahr wie Fahrradfahren, Holz für den Kachelofen herbeischaffen und Rasen mähen waren hochanstrengend und damit eine gerechte Strafe für den monatelangen Bewegungsmangel. Ob sie, die Strafe auch heilsam sein wird sei dahingestellt, ich bin da nicht ganz sicher weil ich mich recht gut und schon lange kenne.
Zum Konditionsaufbau standen auch Spaziergänge auf dem Plan und fanden sogar tatsächlich statt. Genau solange, bis ich eben vor einigen Wochen nach guten einhundert Metern Gehstrecke nicht mehr weiterwollte und mich aufgrund der Schmerzen stark humpelnd zurück nach Hause begab.
Hinsichtlich der Einschätzung des Orthopäden, die Schmerzen rührten von der Einschnürung der Arterie her, bin ich derzeit noch skeptisch, denn bis dato stellte das Gehen nie ein Problem dar. Auch weite Spaziergänge waren immer schmerzfrei - wohl anstrengend weil ich ein faule Sau bin, aber eben nie von Hüftschmerzen begleitet und die Einschnürung der betreffenden Arterie besteht schon seit Beginn des Ormond in 2014.
Ach, ach ach, es iss auch immer watt. Wenn uns die Geschichte mal keinen Strich durch unsere Sommerpläne in der Ostsee macht.
Aber, zu laut wimmern will ich nicht. Andere Ormond-Betroffene sind sehr sehr viel schlechter dran als ich.
Im Augenblick neige ich dazu, dem erteilten Rat Folge zu leisten und einen Gefäßdoktor aufzusuchen.
Vielleicht hatte einer der Leser dieser Zeilen schon ein ähnliches Problem - ich würde mich über einen Tipp riesig freuen. (Und wenn ich Leser schreibe meine ich selbstverständlich auch und ganz besonders die Leserinnen - so gehört es sich ja wohl heutzutage)
Einige Worte noch zum Bericht aus Wuppertal vom 17.05.2021:
Wie ich abschließend sagte: Insgesamt kann ich zufrieden sein, der Ormond verhält sich unter den 5 mg Prednisolon ruhig, dass ich sie weiterhin einnehmen soll ärgert mich ein wenig, wenn es aber der Sache dienlich ist - bitteschön. Dann ist das eben so.
Bezüglich der Hüftschmerzen hatte ich vor einigen Tagen eine Idee, sie war vielleicht gar nicht so schlecht: Ich ließ die Zeit bis zum Eintreten der Schmerzen noch einmal Revue passieren. In der Rückschau fielen mir zwei zeitlich nahe beieinander liegende Ereignisse ein.
Erstens: Im frühen Frühjahr, wir hatten ein ziemliches Schneechaos hier im westlichen Norden, stürzte ich recht ordentlich auf einer Eisfläche und knallte heftig auf die linke Hüfte. Es schmerzte einige Tage, war dann aber wieder gut.
Zweitens: Wenig später machten meine liebe Frau und ich eine Radtour durchs Gelände. Dumm und unbeholfen wie ich bin, versuchte ich einer Treckerspur zu entkommen - vergeblich allerdings. Während ich nach links aus der recht tiefen Treckerspur herauslenkte, sagte sich das leicht quergestellte Vorderrad: so geht es nicht und lief weiter geradeaus. Es kam genauso, wie es kommen musste, mein Drang nach links, der vom Rad nicht unterstützt wurde, ließ mich in der zweiten Treckerspur landen. Wieder auf der linken Seite inmitten einer tiefen Pfütze.
Das minutenlange höhnische Gelächter hab ich meiner lieben Frau nicht übel genommen - umgekehrt wäre es sehr ähnlich gewesen. Das damals entstandene Handyfoto allerdings, wird nur im Kreise der engsten Familie herumgereicht. Darauf gab es ein Ehrenwort.
Mit dieser Geschichte besuchte ich vor einigen Tagen eine mir seit langem bekannte Krankengymnastik-Praxis, die Cheffin dort beseitigt mir hin und wieder eine Wirbelblockade. Die Stürze, oder einer davon könne durchaus mit dem Schmerz in Zusammenhang stehen, sagte das Gymnastikmädel mir, auch dann wenn ich in beiden Fällen auf der anderen Hüfte gelandet sei.
Sie machte ein paar Dinge mit mir, die ich nicht beschreiben kann und gab mir zwei Schuheinlagen, die ich auf betimmte Weise zuschneiden sollte und im rechten Schuh platzieren musste.
Und siehe da: am gleichen Nachmittag machte ich den ersten echten Laufversuch seit vielen Wochen. Und kam mit nur geringen Schmerzen, wohl aber völlig aus der Puste, ganze 1,2 Kilometer weit. Täglich wiederholen werd' ich die Übung jetzt - und ausweiten hoffentlich.
Wer heilt hat Recht!
Danke Natascha
Den Termin beim Gefäßdoktor hab' ich gecancelt - er wäre auch erst am 16.06. gewesen.
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Update 13.03.2024
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Mai '21 - März '24
Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass wirklich ormondrelevante Informationen erst wieder im November '23 angesprochen werden. Die dazwischenliegende Periode wird nur der Vollständigkeit wegen erwähnt.
Direkt dorthin geht es über diesen Link
27.05.2021
Ein kurz anhaltender, stechender Schmerz in der Brust führt dazu, dass meine Hausärztin mich wegen des Verdachts auf einen Infarkt ins hiesige Klinikum einweist. Die dortigen Untersuchungen sind eher unauffällig, dennoch möchte man mich für mindestens eine Nacht stationär aufnehmen. Ich bin damit nicht einverstanden und verlasse das Krankenhaus am späten Vormittag, stelle mich allerdings am Nachmittag zur Kontrolle bei einem mir bekannten Kardiologen vor.
Der bestätigt im Wesentlichen den Befund der Klinik, rät allerdings dazu, zeitnah eine Herzkatheteruntersuchung durchzuführen, um eine völlig sichere Diagnose stellen zu können.
Blutuntersuchungen in den Folgemonaten sind hinsichtlich Herz und Ormond unauffällig.
14.08.2022
Wir befinden uns im Urlaub und übernachten in einer Bucht in der Nähe von Lübeck. Schon morgens nach dem Aufstehen fühle ich mich unwohl, den Symptomen nach ist ein gripaler Infekt im Anmarsch. Dennoch brechen wir auf in Richtung Grömitz. Dort wollen wir in den Hafen gehen. Das Erkältungsgefühl nimmt während der kurzen Reise zu, ist aber durchaus erträglich. Die Ansteuerung des Hafens ist wegen unübersichtlichen Verkehrs problematisch, wird aber ohne größere Schwierigkeiten, wohl aber mit einigem Stress bewältigt.
Während ich unser Boot im Hafen festmache, bricht kalter Schweiß aus und sämtliche Kraft weicht aus dem Körper, der Brustkorb schmerzt. Ich sacke in der Plicht zusammen, kann allerdings nach einer kurzen Ruhepause langsam in den Salon heruntersteigen und versuche mich hinzulegen. Das Liegen verstärkt den in der Brust bestehenden Druck erheblich, im Sitzen ist der Schmerz deutlich besser erträglich.
Nachdem sich mein Zustand auch nach etwa 15 Minuten nicht bessert, ruft meine Frau einen Rettungswagen und Notarzt weil sie einen Herzinfarkt vermutet.
Das nach kurzer Zeit eintreffende Rettungsteam, sehr nette und zugewandte Menschen übrigens, diagnostizierte eine Coronainfektion und vermutete tatsächlich einen Herzinfarkt. Ich werde durch einen RTW in eine Klinik in Neustadt verbracht. Dort bestätigte sich der Infarkt-Verdacht, es wurden drei Stents gesetzt. Wegen überbelegter Intensivstation erfolgte am späten Abend eine Verlegung durch einen notärtztlich begleiteten Hubschrauberflug in die Uniklinik in Lübeck. Die Entlassung aus der Klinik ist am 18.08.22.
Die Covidinfektion hält noch gute zwei Wochen an. Sie wird begleitet von erheblichen Atembeschwerden.
02.11.2022 und folgende
Kontrolluntersuchung beim heimatlichen Kardiologen, ein Progress der Herzerkrankung zeigt sich nicht. Andere Untersuchungen in der Zeit zwischen August und Beginn November waren diesbezüglich ebenfalls unauffällig.
Allerdings reiht sich ab Herbst '22 bis in den Februar '23 ein Infekt an den anderen. Zusätzlich tauchen wieder heftige Atembeschwerden, verbunden mit Panikattacken, insbesondere Nachts, auf.
21.02.2023
Da sich bezüglich der Atembeschwerden keine Besserung einstellt, wird die Lunge geröngt. Es wird ein leichter Verdacht auf COPD geäußert und eine pneumologische Mitbeurteilung empfohlen.
27.02.2023
Termin beim hinzugezogenen Pneumologen. Dieser vermutet nach umfangreichen Untersuchungen ebenfalls COPD.
09.03.2023
Termin beim Kardiologen, den ich parallel ebenfalls zu den Atembeschwerden befragen möchte. Er führt die Probleme auf die Herzinsuffizienz zurück, spricht von einem Klassiker und verordnet ein Entwässerungsmedikament.
Das Medikament führt tatsächlich innerhalb weniger Tage zu einer signifikanten Verbesserung der Atemnot.
28.03.2023
Kontrolluntersuchung beim Pneumologen. Die Diagnose COPD wird nicht aufrechterhalten. Stattdessen heißt es jetzt: Asthma. Entsprechende Medikamente werden verordnet.
25.04.2023
Chirurgische Entfernung eines Abzesses am rechten inneren Oberschenkel.
Mai '23
Plötzlich stellen sich von heute auf morgen unmittelbar nach Genuss geringster Alkoholmengen unerträgliche Kopfschmerzen ein. Ein Zustand, den ich nicht kenne, der noch nie auftrat. Mit dem Absetzen jedweden Alkohols, den ich ausschließlich abends zu mir nahm, kam es zu keiner Kopfschmerzattacke mehr.
24.05.2023
Kontrolluntersuchung beim Pneumologen. Er stellt eine deutliche Verbesserung aller Werte fest. Auf Befragen kann der Pneumologe zu den Kopfschmerzattacken nichts sagen.
01.06.2023
Ein kurzfristig anberaumtes MRT des Schädels wird durchgeführt. Es bringt keinerlei Erklärung für die Kopfschmerzen, der Gesamtbefund ist altersentsprechend.
06.06.2023
Zur gleichen Symptomatik wird beim Neurologen ein Schädel-EEG durchgeführt. Es bringt ebenfalls keine Befunde. Zur weiteren Akutbehandlung werden Schmerzmittel empfohlen. Auch das Führen eines "Kopfschmerzkalenders" wird angeraten.
Mitte Juni '23
Wir gehen in Urlaub. Nach etwa zwei Wochen ersetze ich mein abendliches alkoholfreies Bier versuchsweise durch ein normales. Kopfschmerzen treten nicht auf und traten auch in der Folgezeit nicht mehr auf.
Weder für das Auftreten noch für das Verschwinden des Kopfschmerzes habe ich eine Erklärung gefunden.
31.08.2023
Chirurgisch wird ein ausgedehnter Abszess, verursacht durch eine subcutane perianale Fistel entfernt. Betroffen ist der gesamte Bereich vom After bis zum Hodensack. Die Ausheilung der durch die OP entstandenen Wunde ist eine langanhaltende "Viehcherei", die sich über etwa 2,5 Monate hinzieht und recht schmerzhaft ist.
November / Dezember ' 23
Im November beginnend treten hin und wieder leichte Schmerzen im unteren Rücken, im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule auf. Ich kenne sie aus der Zeit vor der Diagnose meines ersten Ormond-Rezidivs. Zusätzlich kommt es nachts häufiger zu heftigen Schmerzattacken im gesamten linken Unterschenkel. Der Schmerz ist so heftig, dass ein Verbleiben im Bett unmöglich ist. Unmittelbar nach dem Aufstehen aus dem Bett verschwindet der Schmerz im Unterschenkel.
Die Beschwerden im Unterschenkel lassen nach etwa zwei Wochen nach. Trotzdem und auch wegen des Rückenschmerzes vereinbare ich einen Termin bei einer Gefäßchirurgin, die mich schon während der Ormondtherapie betreut hat, für den 25.01.2024.
Sowohl meine Frau als auch ich infizieren uns Anfang Dezember erneut mit Corona. Die Erkrankung ist deutlich unangenehmer und langwieriger als die erste im August '22. Sie zieht sich bis in den beginnenden Januar hin und wird u.a. von heftiger Atemnot und Husten begleitet. Es sei hinzugefügt, dass wir alle empfohlenen Impfungen erhalten haben.
22.01.2024
Ein weiterer Abszess wird eröffnet, diesmal am linken inneren Oberschenkel. Die unproblematische Ausheilung wird etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen.
25.01.2024
Termin bei der Gefäßchirurgin. Es wird ein durchaus normaler Blutfluss diagnostiziert, der Ormond spiegele sich im Blutfluss nicht wieder. Allerdings gibt es einen Nebenbefund, nämlich jeweils links und rechts leicht oberhalb der Kniekehle ein Aneurysma, das beobachtet werden solle, heißt es. Ein Kontrolltermin für in sechs Monaten wird vereinbart.
Wenige Tage nach dem Besuch der Gefäßchirurgie treten die Wadenschmerzen links wieder auf, verschwinden allerdings nach 3 - 4 Tagen wieder vollständig. In Absprache mit der Hausärztin vereinbare ich ein Morbus-Ormond-Kontroll-MRT des Abdomens für den
12.02.2024
Unmittelbar nach dem MRT habe ich Gelegenheit ein ausführliches Gespräch mit der durchführenden Ärztin zu führen. Sie erklärt, auf die Schnelle keine gravierenden Veränderungen zum Vor-MRT festgestellt zu haben, will aber die Bilder im Nachgang in aller Ruhe am Folgetag vergleichen und erst dann ein endgültiges Urteil abgeben. Der beurteilende Arztbrief zum nach meiner Ansicht sehr sorgfältig durchgeführten MRT erreicht mich leider erst am 21.02.2024, ist allerdings verfasst am 14.02.2024.
Ich zitiere die wesentlichen Passagen des Arztbriefes:
Beurteilung:
1. Methodisch bedingt leicht differente Darstellung im Untersuchungsbereich mit etwas erschwerter Vergleichbarkeit bei unterschiedlichen Sequenzen.
2. Soweit methodisch jedoch zu vergleichen, besteht der dringende Verdacht auf eine sehr diskrete Zunahme des weichteildichten Gewebes entlang der rechten lliacalarterie sowie der Aortenbifurkation bei hier jetzt nachweisbarer zirkulärer Gewebsmanschette parailiakal von 7 mm Weite gegenüber 5-6 mm in der Voruntersuchung. Des Weiteren zeigt sich eine leichte Zunahme um 1 mm Breite des paraaortalen Gewebes direkt infrarenal links.
3. Bekannte reizlose Nierenparenchymzysten beidseits, bekannte Schrumpfniere rechts.
4. Kein Nachweis pathologisch vergrößerter Lymphknoten im Untersuchungsbereich, kein Aszites, keine pathologischen Knochenmarködeme in Projektion auf die Wirbelsäule.
Mein Gefühl scheint mich also nicht völlig betrogen zu haben, es gibt eine, wenn auch leichte Zunahme der Raumforderung. Ich sende die MRT-Unterlagen gemeinsam mit anderen Befunden, u.a. dem Arztbrief der Gefäßchirurgin, nach Wuppertal zum bundesweiten Patientenregister für MO-Erkrankte, von wo aus ich bislang immer sehr freundlich und kompetent beraten wurde.
Dort ergibt sich noch eine Nachfrage, die ich an die Radiologin, die das MRT durchführte, weiterleite. Der Antwort erreicht mich erfreulich schnell und geht wiederum nach Wuppertal.
12.03.2024
Am heutigen Tage erreicht mich die vom 29.02.2024 datierende Beurteilung aus Wuppertal und bringt ein vorläufig erfreuliches Ergebnis:
Der hinzugekommende Fibrosesaum sei ohne sicheren Anhalt für eine entzündliche Aktivität. Es wird lediglich ein Kontroll-MRT für in sechs Monaten empfohlen, eine medikamentöse Behandlung ist derzeit nicht notwendig.
Ich zitiere abschließend die wichtigste Passage des Wuppertaler Schreibens:
In der Bildgebung aus 02/2024 zeigt sich im Wesentlichen ein schmaler, befundkonstanter Fibrosesaum ohne sicheren Anhalt für eine entzündliche Aktivität. Daher empfehlen wir die nächste Kontrolle in 6 Monaten mittels MRT-Abdomen mit Diffusionswichtung und Kontrastmitteldynamik sowie Beschreibung einer evtl. bestehenden Rest-Aktivität.
Aufgrund der funktionellen Einzelniere empfehlen wir regelmäßige sonographische Kontrollen der linken Niere und der Retentionsparameter.
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Subjektive Wahrnehmungen
und / oder
Meinung zu dieser Phase
Ich denke, das folgende Kapitel mit meiner persönlichen Sicht der Dinge kann auch mit den nur wenig zynisch klingenden Worten
Alt werden ist nichts für Feiglinge
überschrieben werden. Natürlich habe ich geschlampt, der letzte Brief aus Wuppertal im Mai '21 empfahl ein Kontroll-MRT für November '21. Ich habe darauf verzichtet. Warum? Vermutlich weil ich hin und wieder ein fauler ignoranter Hund bin und mich zum damaligen Zeitpunkt gut fühlte. Zudem neige ich dazu, falsch oder richtig, wer weiß das schon, mich auf meine Intuition zu verlassen.
Heute weiß ich, dass das MRT mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts ergeben hätte, insofern lag ich in diesem Punkt nicht so verkehrt.
Andererseits hätte ich im Mai '21 auf den Herzdoktor hören sollen, er hätte mich möglicherweise vor dem schicken Infarkt und dem gute 12.000 Euro teuren Hubschrauberflug von Neustadt nach Lübeck bewahrt, wenn ich ihn dann in mich hineinschauen hätte lassen. Auch das aber ist für mich nicht vollständig gesichert, für mich ist der Infarkt noch immer eine Begleiterscheinung der elenden Coronainfektion damals. Vielleicht allerdings lüge ich mir da etwas vor. Kein Doktor wollte mir meine Theorie bestätigen.
Eines sei unbedingt erwähnt in dem Zusammenhang: Die Rettungstruppe damals war unbedingt von großer Klasse, hochprofesionell und unglaublich lieb dabei.
Auf jeden Fall ist seit dem Infarkt nichts mehr wie es war, meine ohnehin durch den Ormond reduzierte Leistungsfähigkeit und Resilienz hat zusätzlich noch einmal mächtig einen auf den Kopf bekommen. Aber irgendwie richte ich mich ein. Das Leben bleibt lebenswert, reduziert zwar, aber lebenswert. Und das, obwohl es seitdem keinen vollen Monat gab, in dem nicht irgendetwas war.
Die Sache mit dem Höllenkopfschmerz im Mai und Juni '23 hab ich nie begriffen, hätte ich Unmengen an Alkohol in mich hineingestürzt, ja dann hätte ich Verständnis, würde die Schmerzen als eher gerechte Strafe ansehen, aber so, nach einer Flasche Bier? Zugegeben, es war jeweils eine mit einem halben Liter Inhalt. Aber gut, das Thema scheint Geschichte.
Stören tun mich die vielen Abszesse, im Moment gibt es schon wieder einen, ich werde ihn behandeln lassen müssen in den nächsten Tagen. Kurzfristig hatten wir, meine liebe Frau und ich, eines der Herzmedikamente im Verdacht, der Herzdoktor allerdings teilte unsere Vermutung nicht.
Im übrigen, was des einen Leid ist des anderen Freud: Der Chirurg gibt vor, großen Spaß daran zu haben an mir herumzuschnippeln. So sei es denn. Zumal der Mann kein Abrechnungsakrobat ist. Hoffentlich schneidet er nicht irgendwann Dinge weg, die unverzichtbar sind.
Und nun noch kurz zum Ormond, ein glücklicher Umstand ist es, dass ich derzeit auf eine Cortisontherapie verzichten kann, erinnere ich mich doch nur sehr ungern an die im Jahr 2020 erfolgte Behandlung. Sie warf mich damals völlig aus der Bahn. Kurz zu berichten wäre noch, das alle Blutuntersuchungen erfreulich verlaufen. Entzündungsparameter und Nierenwerte sind einwandfrei, lediglich die Vitamin-D3-Dosis wurde vor wenigen Wochen für einen kurzen Zeitraum heraufgesetzt.
Ganz sicher werde ich den kommenden MRT-Termin im September einhalten und mich nicht auf meine Intuition verlassen. Sofern allerdings der Rückenschmerz zunehmen sollte, werde ich mich früher in die Röhre legen. Als altem MRT-Profi mit inzwischen 13 Aufenthalten in dem engen Ding ist das kein echtes Problem für mich.
Einige abschließende Worte noch zur MRT-Untersuchung. Ich habe während der vielen Ormondjahre seit 2014 großen Wert darauf gelegt, dass die Untersuchungen wegen der besseren und schnelleren Vergleichbarkeit in der immer gleichen Praxis durchgeführt wurden und nach Möglichkeit auch vom gleichen Arzt begleitet wurden. Hinsichtlich der Praxis ist mir das bislang gelungen, hinsichtlich des Arztes beinahe immer. Ich war in einem Institut in Osnabrück über viele Jahre gut aufgehoben und wurde von einem Arzt betreut, der sich selbst als Terrier bezeichnete. Dieser Doktor ist seit dem vergangenen Jahr im Ruhestand.
Als ich dort im Januar einen dringenden Termin nachfragte, so war es von der Hausärztin formuliert worden, konnte man mir trotz besten Willens, wie man schnippisch freundlich formulierte, erst einen Termin im Juni anbieten.
Ein unhaltbarer Umstand, wie ich finde, der schon aus medizinischen Gründen nicht zu rechtfertigen ist! Wieviele Menschen in häufig großer Not werden da alleingelassen? Das darf in einem Land mit dem weltweit beinahe teuersten Gesundheitssystem nicht sein!
Ich bin am Ende, sofern Fragen sein sollten, bitte immer gern.
Und allen, die betroffen sind, wünsche ich eine engagierte ärztliche Begleitung und die nötige Kraft und den Mut sich selbst mit der Thematik Morbus Ormond auseinanderzusetzen!
Es gibt inzwischen auch andere Behandlungsansätze, über die ich allerdings weder positiv noch negativ berichten kann, da ich sie aus persönlicher Anschauung nicht kenne. Ich verweise in diesem Zusammenhang zum Beispiel auf die oben angeführten "Weiterführenden Links" mit einigen Promotionen.
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Update 27.12.2024
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Juni '24 - Dezember '24
September '24
Wie im Schreiben vom 29.02.2024 aus Wuppertal empfohlen, ist ein Kontroll-MRT für den September geplant. Es wird am 19.09.2024 durchgeführt. In der Beurteilung heißt es:
... Keine fassbare Befundänderung zur Voruntersuchung aus 02/2024. ... keine akuten Entzündungsaktivitäten ... . Keine neu abgrenzbaren Veränderungen. ...
Der Befund und die MRT-Bilder werden wie auch schon in der Vergangenheit in Wuppertal begutachtet:
Oktober '24
Die Stellungnahme von dort erreicht mich am 28.10.2024 und ist erfreulich:
In der aktuellen Bildgebung aus 09/2024 zeigt sich erfreulicher Weise eine größenkonstante Restfibrose ohne Diffusionsstörung.
Daher empfehlen wir die nächste MRT-Verlaufskontrolle in einem Jahr.
Augrund der funktionellen Einzelniere empfehlen wir regelmäßige sonographische Kontrollen der linken Niere und der Retentionsparameter.
Insgesamt ein Ergebnis, dass mich froh stimmt. Für Januar '25 steht eine Kontrolle bei der Gefäßchirurgin an, die nächste Verlaufskontrolle des Ormond ist für Oktober des kommenden Jahres geplant.
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wird fortgesetzt sofern Neues zu berichten ist
Besonderer Dank gebührt meiner Frau. Sie hat mich sowohl bei der ersten als auch zweiten Erkrankung immer auf höchst liebevolle Weise unterstützt.
Danke!
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